Allseitige Gesprächsangebote als Reaktion auf Szene-Statements zur Fördersituation

 07. Februar 2018 – von Sebastian Weber

Am Montag, den 22. Januar hatten 157 Erstunterzeichner aus der Sparte Darstellende Künste in einem Statement zur aktuellen Fördersituation dringend Verbesserungen der Förderquote, der Verfahren, der Transparenz und der allgemeinen finanziellen Ausstattung angemahnt. Die anderen Sparten der Initiative Leipzig + Kultur schlossen sich in einer eigenen Stellungnahme den Forderungen an und schlugen die Wiederaufnahme der Gespräche am Runden Tisch als Lösungsweg vor.

Dieses Statement fand nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch in Politik und Verwaltung ein breites Echo. So reagierte die Vorsitzende des Fachausschusses Kultur, Frau Annette Körner, direkt und platzierte das Thema auf der Tagesordnung des Ausschusses. Dieser entschied sich, die Szenevertreter persönlich einzuladen, so dass Leipzig + Kultur am 02. März die Gelegenheit bekommt, diejenigen Herausforderungen der Förderpraxis, die eine Beschlussfassung der Politik erfordern, direkt mit den Kulturpolitikern der Fraktionen zu besprechen.

Auch Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke reagierte prompt. In ihrer schriftlichen Mitteilung zeigt sie Verständnis für die Positionen der freien Szene, weist aber auch auf die Erfolge hin, die im Zusammenhang mit der neuen Fachförderrichtlinie bereits gemeinsam erreicht wurden und plädiert für einen „offenen und fairen Dialog“ zur „weiteren Qualifizierung des Verfahrens“.

Über dieses schriftliche Statement hinaus tauschten sich Kulturdezernentin und Leipzig + Kultur konstruktiv darüber aus, welche Anliegen zeitnah in Zusammenarbeit mit der Verwaltung angegangen werden können und wo die erweiterte Absprache mit der Politik im Rahmen eines Runden Tisches nötig ist.

Das Kulturamt fasste in einer schriftlichen Reaktion auf das Statement der Freien Szene vor allem den Gesamtblick auf die Fördersituation zusammen und weist darauf hin, dass die Fördermittel insgesamt in den letzten Jahren gestiegen sind. Auch die zusätzliche Möglichkeit einer Förderung im Rahmen der städtischen Jubiläen gehört nach Meinung des Kulturamts mit zum Gesamtbild. Um die unterschiedlichen Positionen abzugleichen und weitere Schritte vorzubereiten, soll es in den nächsten Tagen ein persönliches Gespräch mit der Abteilungsleiterin Kulturförderung des Kulturamtes geben.

Viele Einlassungen – sowohl aus der Szene als auch von Politik und Verwaltung – regen die Wiederaufnahme der Gespräche am Runden Tisch an: dies wurde nicht nur von Leipzig + Kultur vorgeschlagen, sondern in zeitlicher Überschneidung bereits im Rathaus in Zusammenhang mit der Frage der Kabarettförderung beschlossen und in persönlichem Dialog von Kulturpolitikern verschiedener Parteien begrüßt. Die Vorbereitung dieses Gesprächsformats, bei dem die verantwortlichen Kulturpolitiker*innen der Stadtratsfraktionen, die Kulturdezernentin und die Sprecher*innen der Freien Szene zusammenkommen, um konkrete Fragestellungen zu verhandeln, ist nun ein wichtiger nächster Schritt auf der To-do-Liste von Leipzig + Kultur.