Fünf für Leipzig. JETZT!

+++ Aktuell, 1605. 2012 : Michael Faber: Keine 5 Prozent für die freie Kultur +++ über 3000 Unterschriften für Online-Petition +++ Szenen einer Szene – wie Unterfinanzierung wirkt +++ Gutachten bestätigt Position von Leipzig + Kultur +++ Unterschriftenaktion läuft – fast 1500 Unterschriften bisher +++ Aktion “5 für Leipzig. JETZT! findet breite Unterstützung +++

 

Wir haben uns entschlossen, in einer größer angelegten, öffentlichkeitswirksamen Form auf die Situation der Freien Kulturszene Leipzigs im Jahr 2012 aufmerksam zu machen, weil:

  • die Leipziger Kultur nach wie vor eine Zweiklassenkultur ist,
  • der Stadtratsbeschluss zur Förderung der Freien Kulturszene nach wie vor untergraben wird,
  • die Förderinstrumente nach wie vor nicht zeitgemäß und das Förderverfahren intransparent sind,
  • Zukunftsszenarien für Kultur in Leipzig entweder nicht existieren oder ohne die Macher entwickelt werden,
  • hochsubventionierte Kultur sehr viele Menschen in unserer Stadt nicht erreicht,
  • wir Sorge haben, dass die Potentiale verspielt werden und die „Kulturstadt Leipzig“ zur leeren Behauptung verkommt.

Darum setzen wir uns ein:

  • Für Respekt allen Kulturmachern gegenüber – gegen Zweiklassenkultur
  • Für echte 5 % vom Kulturhaushalt – gegen Haushaltstrickserei
  • Für stabile Arbeitsgrundlagen -  gegen prekäre Fördermodelle

Unsere Kampagne soll gleichzeitig Aufforderung und Handreichung sein, sie ist gleichzeitig der Aufschrei der Benachteiligten und unser Bekenntnis zu Leipzig mit seiner Kulturhistorie und seinen Zukunftschancen.

Wir sind überzeugt, dass die Herausforderungen der Zukunft – auf dem Weg in eine lebendige, multikulturelle Bürgerstadt – nur gemeinsam gemeistert werden können. Deshalb mahnen wir Respekt vor und gleichberechtigten Umgang mit allen Kulturmachern an und unterstreichen ausdrücklich unsere Bereitschaft, uns in den Dienst der KULTURSTADT LEIPZIG zu stellen.

Wir bitten euch:

Unterstützt unser Forderungen!

Unterschreibt unsere Petition und leitet den Link an alle eure Freunde weiter!

Unterstützt unsere Kampagne auf facebook!

 

Presseerklärung der Initiative Leipzig + Kultur vom 20. März 2012: “Fünf für Leipzig. Jetzt!”

 

GUD ist, was weiterbringt: www.gruenerunddeutscher.de


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Michael Faber: Keine 5 Prozent für die freie Kultur

Auf der heutigen Pressekonferenz hat Kulturdezernent Michael Faber sich festgelegt: Geht es nach seiner Dezernatsvorlage, dann wird der Stadtratsbeschluss von 2008, nach der die Förderung für die freie Kultur in Leipzig bis  2013 auf 5 Prozent vom Kulturhaushalt ansteigen soll, nicht umgesetzt. Seine Vorlage sieht eine Erhöhung der Fördermittel bis 2015 um jeweils 300.000 Euro jährlich vor. Mit diesem Vorschlag wird der Stadtratsbeschluss in drei wesentlichen Punkten gebrochen: Die Zeitachse wird um zwei Jahre verlängert, die Bemessungsgrundlage für den Kulturhaushalt wird deutlich verändert und die Fördersumme würde 2015 weit unter den beschlossenen 5 Prozent liegen.

Eine entsprechende Pressemitteilung hat die Stadt Leipzig auf ihrer Internetseite veröffentlicht.

Wir werden die Vorlage in den nächsten Stunden und Tagen prüfen und diskutieren und uns voraussichtlich am Freitag mit einer Presseerklärung äußern.

Szenen einer Szene

 

“Ihr kriegt mehr als drei Millionen Euro im Jahr, was wollt ihr denn noch?” So oder ähnlich bekommen wir es immer wieder zu hören. Mal zwischen den Zeilen, mal ganz direkt. Wahrscheinlich kommt das daher, dass die meisten eine eher vage Vorstellung davon haben, was es bedeutet, als KünstlerIn oder KulturmacherIn nicht nur “sich irgendwie selbst zu verwirklichen”, sondern das zu seinem Lebensinhalt zu machen. Sprich, auch davon seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Was ist die Aufgabe von Kunst und Kultur in unserer Gesellschaft – ist das richtige Arbeit oder Hobby? Muss das bezahlt werden wie ein richtiger Job, oder sind Künstler nicht Idealisten, denen es gar nicht ums Geld geht? Und Kulturmacher, müssen die nicht ihr Geld genauso verdienen wie der Bäcker an der Ecke? Der kann schlileßlich auch nicht nach Fördermitteln schreien…

Mal abgesehen davon, dass so ziemlich jeder “richtige” Industriezweig ohne Subventionen vom Staat oder Kredite nicht lebensfähig wäre – was wäre besser daran, wenn Eltern für die Kurse ihrer Kinder in soziokulturellen Zentren den “wirtschaftlichen” Preis bezahlen würden? Wenn die Theater- oder Konzertkarte (auch die in den Eigenbetrieben) nicht subventioniert würde? Wir alle bezahlen auch jetzt schon den “realen” Preis von Kultur – nur eben so, dass wir nach unseren Möglichkeiten Steuern bezahlen, und dieses unser Geld dann entsprechend gemittelt verteilt wird. Das ermöglicht Kultur, das ermöglicht Teilhabe. Es ist aussagekräftig, dass diese einst fundamentale Übereinkunft so ins Wanken geraten konnte. Die demokratiekonforme Marktwirtschaft ist auf dem Weg zur “marktkonformen Demokratie” .

Wir haben für die freie Kulturszene Beispiele gesammelt, wie sich der Dauerzustand der Unterfinanzierung in den einzelnen Projekten und Häusern auswirkt. So sehen prekäre Arbeitsbedingungen aus, Sicherheit gibt es – wenn überhaupt – stets nur zeitlich befristet. Langfristig kann in kulturellen Projekten nur auf der Basis von Selbstausbeutung, Unterbezahlung und Überengagement gewirtschaftet werden. Es ist beinahe tragisch, dass so Initiativen, die inhaltlich einen emanzipatorischen Ansatz haben und die Aufhebung des gesellschaftlichen Verwertungszwangs anstreben, auf organisatorischer Ebene mit Methoden arbeiten müssen, die man nicht anders als ausbeuterisch bezeichnen kann. Das Signal an talentierte und engagierte Menschen ist verheerend – sucht euch einen anderen Job, in der freien Kultur könnt ihr nur arm bleiben.

So sehen das übrigens nicht nur wir, sondern auch der Schlussbericht der Enquete- Kommission “Kultur in Deutschland”, der die prekären Bedingungen in der (freien) Kulturproduktion schon 2007 (!) herausarbeitete.

 

Konsequenzen aus der fortgesetzten Unterfinanzierung der Freien Kulturszene durch die Stadt Leipzig – Eine Auswahl

 

tanzZenit

Aufgrund ungenügender Förderung durch die Stadt Leipzig kann der tanzZenit e.V. seine professionellen Bühnentänzerinnen nicht bezahlen und finanziert die Tanztheaterstücke ausschließlich aus privaten Spenden. Geplante drei Premieren pro Spielzeit kann der tanzZenit nie in der geplanten Form umsetzen und reduziert alle Bühnenstücke auf das nötigste (Ausstattung, Bühnenbild, Kostüme, etc.). Wenn durch die ungenügende Förderung der Stadt Leipzig auch noch Auftrittsmöglichkeiten wegfallen, ist der tanzZenit stark in seiner Existenz bedroht.

 

Frauenkultur – Soziokulturelles Zentrum

Der Frauenkultur Leipzig ist es nicht möglich, den Wegfall von 2 Kommunal-Kombi-Stellen zu kompensieren. In der Folge müssen 2012 soziokulturelle Angeboten reduziert und geplante Projekte gestrichen werden. Dies betrifft insbesondere die Mädchenprojekte zu Identität und stereotypischen Geschlechterrollen und das Musikprojekt „Playing my music.“ – ein Wettbewerb zur zeitgenössischen Musik mit dem Schwerpunkt Eigenkompositionen.

 

LOFFT

Das LOFFT kann den Wegfall einer Kommunal-Kombi-Stelle im Bereich Technik nicht durch eine Festanstellung ausgleichen. Ebenso können Teilzeitstellen für die inhaltliche und wirtschaftliche Absicherung des Betriebes nicht besetzt werden. Der Versuch einer teilweisen Kompensation kann nur durch freie Mitarbeiter erfolgen. Die Kosten dafür wie auch die gestiegenen Betriebskosten müssen durch Mehreinnahmen erwirtschaftet werden. Dies beschneidet im Gegenzug die räumlichen und personellen Ressourcen für das künstlerische Programm.

 

 VILLA – Soziokulturelles Zentrum

Die Besucher des Hauses müssen mit nach 13 Jahren intensiver Arbeit verschlissenen Sanitäranlagen uns unzureichender Reinigung des Hauses leben. Im Jugendtreff besteht weiterhin Verletzungsgefahr durch defektes Parkett.

Mitte des Jahres muss die Öffentlichkeitsarbeit eingestellt werden, die Homepage kann dann nicht mehr aktualisiert werden. Einen Programmflyer gibt es schon seit Jahren nicht.

Die VILLA wird ab November nur noch sehr eingeschränkt telefonisch und persönlich erreichbar sein. Im schlimmsten Fall stehen die 40 kulturellen Gruppen und -initiativen, die das Haus jede Woche für ihre Angebote nutzen, dann auf der Straße. Das betrifft Tanzgruppen, Chöre, Theaterprojekte – aber auch Bürgerinitiativen, Kinderangebote und vieles mehr. Macht pro Woche ca. 60 Stunden Programm weniger und betrifft pro Jahr ca. 30.000 Besucher.

 

Initiative Leipziger Jazzmusiker

Aufgrund unzureichender Förderung durch die Stadt Leipzig muss die Initiative den Jazzworkshop für Jugendliche IMPRO VISION 2012 absagen. Damit wird eine weitere Chance, junge Talente zu fördern und neue Interessentengruppen an die Jazz-Musik heranzuführen, vertan.

 

GeyserHaus – Soziokulturelles Zentrum

Im GeyserHaus e.V. sind von Mitte 2011 bis Mitte 2012 4 AGH-Stellen und 4 KoKo-Stellen ersatzlos weggefallen bzw. fallen weg. Dies führt zu folgenden Einschränkungen:

Nachwuchs-Musikprojekt “Musik macht schlau”: Ab September 2012 sind ca. 300 Kinder des Kindergartenorchesters im Leipziger Osten, in Grünau und in Eutritzsch betroffen. Ebenso betroffen ist das Stipendiatenprogramm, in dem 25 bedürftige Kinder kostenlos Musikunterricht erhalten. Hier ist vor allem die Organisationsleistung gefährdet.

Jugendarbeit: Zusätzliche Angebote im Bereich der kulturellen und technischen Bildung wie Konzerte, Ausstellungen, Graffitiworkshops, Malwochenenden und Musikworkshops werden ab Mitte 2012 nicht mehr durchgeführt.

Im Bereich der Parkbühne befinden sich u.a. ein Kinderspielplatz und die Bühnenbestuhlung. Die Pflege, Wartung und der Betrieb sind nicht mehr gesichert.

Pflege, Wartung und Bedienung vorhandener Technik durch Fachpersonal ist nicht mehr gewährleistet.

Die ton- und lichttechnische Qualität der Veranstaltungen sowie die Instandhaltung der Technik sind nicht mehr gesichert. Die jährliche Revision der elektrotechnischen Anlagen ist nicht mehr gesichert bzw. muss teuer eingekauft werden. Von welchem Geld?

Die Öffentlichkeitsarbeit muss drastisch reduziert werden, was zu sinkenden Besucherzahlen und entsprechend geringeren Einnahmen führen kann.

 

Leipziger Tanztheater

Aufgrund ungenügender Förderung kann der Wegfall einer Kommunal-Kombi-Stelle und einer AGHStelle nicht durch notwendiges Personal ersetzt werden. Um diesen Personaleinsatz zu kompensieren, müssten drei geplante soziokulturelle und künstlerische Vorhaben entfallen, da der entsprechende Eigenanteil nicht aufgebracht werden kann. Mit fehlendem Eigenanteil sind beantragte und teilweise bewilligte Drittmittel für diese Projekte nicht erreichbar. Ohne personellen Ersatz ist der Betrieb nicht möglich.

 

Mühlstraße 14 – Soziokulturelles Zentrum

Beim soziokulturellen Zentrum Mühlstraße 14 e.V. konnte nur eine von zwei ausgelaufenen Kommunal-Kombistellen in ein reguläres Arbeitsverhältnis überführt werden. Die Stelle der Mitarbeiterin für Verwaltungsaufgaben ist ersatzlos weggefallen. Seit November 2011 gibt es dadurch eine unverantwortbare Verschiebung der Geschäftsführer- Aufgaben: Statt Lobby- und Gremienarbeit, Mittelakquise und projektbezogener Kooperationen muss ein Großteil der Arbeitszeit für buchhalterische Nebenaufgaben verwendet werden: Belege kopieren, aufkleben, nummerieren …

Der Auftrag des Kulturamtes, im Leipziger Osten als Multiplikator für sozialraumorientierte Projekte Verantwortung zu übernehmen, kann so nur punktuell erfüllt werden.

Der Wegfall der letzten geförderten Maßnahme Mitte des Jahres wird sich negativ auf die telefonische Erreichbarkeit, die Besucher/-inneninformation und die Öffentlichkeitsarbeit des Hauses auswirken.

 

Cammerspiele

Die Cammerspiele können den Wegfall von zwei Kommunal-Kombi-Stellen und einer AGH-Stelle nicht kompensieren. Auf diesen Stellen ruhten sowohl technische, künstlerische als auch organisatorische Aufgaben, die für die Existenz und die Leitung eines Theaterhauses unabdingbar sind.

Ab Juli kann das Büro nur eingeschränkt besetzt werden, die Organisation des Theaterbetriebes wird auf Sparflamme weiterlaufen. Unser Angebot, jungen Regisseuren und Nachwuchsprojekten eine Bühne und ausreichende Betreuung zu bieten, kann nicht aufrecht erhalten werden.

Vier Inszenierungen, darunter zwei “New-Cammer”-Produktionen und das traditionelle Weihnachtstheaterstück für Kinder, mit insgesamt ca. 40 Mitwirkenden werden nicht produziert, mehr als 50 Vorstellungen können nicht stattfinden.

 

naTo – Soziokulturelles Zentrum

Der Wegfall von 2 Kommunal-Kombi-Stellen kann nicht kompensiert werden. Somit muss das Angebot zur inhaltlichen und technischen Unterstützung von Bürgerinitiativen, Kulturvereinen und jungen Künstlern ab September 2012 stark reduziert werden.

Die geplante Gehaltserhöhung für die Mitarbeiter kann nicht realisiert werden. Vorgesehen war die erste Anpassung der Einkommen an die gestiegenen Lebenshaltungskosten seit 7 Jahren.

Verschlissene Technik und Ausstattung kann nicht in erforderlichem Umfang ersetzt werden. Damit steigt das Risiko von Havarien und Veranstaltungsabbrüchen weiter an.

 

blaumilchkanal – Verein für zeitgenössische Kunst

Unser Verein realisierte seit 2007 künstlerische Einzelprojekte sowie Produktionen im Bereich Musik, Tanz, Schauspiel und bildende Kunst in Kooperation mit anderen Trägern. Durch die ausbleibende Förderung der von unserem Verein beantragten Projektgelder bei der Stadt Leipzig können wir im Jahr 2012 keines der von uns geplanten Projekte durchführen.

Für uns als frei arbeitende Künstler bedeutet das, in Leipzig kaum noch zu arbeiten bzw. beruflich/künstlerisch tätig sein zu können. Diese Situation ist für uns als professionell ausgebildete Künstler verschiedener Sparten existenziell bedrohlich.

 

Conne Island – Soziokulturelles Zentrum

Der Wegfall von zwei KoKo-Stellen (davon eine Ende 2012) kann nicht adäquat ausgeglichen werden. Eine Stelle läuft aus, eine ist in ein prekäres und nur kurzfristiges Arbeitsverhältnis umgewandelt worden. Dies wirkt sich vor allem auf das »Alltagsgeschäft«, die BesucherInnen-Kommunikation und die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins aus. Das Projekt zur BesucherInnen-Evaluation und -information kann nicht zu Ende geführt werden.

Der ständig wachsende Zuwachs an Kulturveranstaltungen, Workshops, Diskussionen und zusätzlichen Angeboten im Bereich der kulturellen und politischen Bildung kann nicht mehr durch die vorhandene Personalstruktur sowie ein großes ehrenamtliches Engagement abgedeckt werden. Damit ist die Professionalität, Intensität und Breite der Vereinsarbeit ist ansonsten gefährdet.

Die Veranstaltungsreihen »Kleine Bühne« und »Postland« – beides Subventionsprojekte für junge und unbekannte KünstlerInnen – wurden aufgrund von mangelnder Gegenfinanzierung bereits beendet.

Eine Umsetzung von »experimentellen« Konzepten und Projekten ist durch die aktuelle Fördersituation grundsätzlich unmöglich.

 

Haus Steinstraße – Soziokulturelles Zentrum

Ersatzloser Wegfall einer KoKo-Stelle ab November 2012. Davon betroffen sind ausgerechnet die Kurse der lern- und körperbehinderten Kinder und Jugendlichen und die intergrativen Kurse.

Ersatzloser Wegfall einer AGH-Entgelt-Stelle im Mai 2013. Daraufhin wird die gesamte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Haus Steinstraße drastisch reduziert werden müssen.

Ersatzloser Wegfall der AGH-Entgeltstelle, der die gesamte Organisation und Betreuung der Ehrenamtler und der Ehrenamtsprojekte (Senioren in Schulen, Sozialprojekt Miteinander-Füreinander) anvertraut ist, im Juni 2013.

 

Orchester Holzhausen e.V.

Das Orchester Holzhausen e.V. führt jedes Jahr mindestens ein Projekt mit Fördermitteln der Stadt Leipzig durch. Hierzu gehören Veranstaltungen des Sächsischen  Blasmusikverbandes, nationale und internationale Wettbewerbe sowie Austausch mit nationalen und internationalen Orchestern mit gemeinsamen Auftritten.

Für das Jahr 2012 wurde die Förderung um 50% gekürzt. Eine Begründung erfolgte nicht. Bei Fortsetzung dieser Entwicklung muss das Orchester in zwei bis fünf Jahren aufgelöst werden – mit allen Konsequenzen für die Verarmung der Kultur nicht nur in Holzhausen, für das Aus der Kinder- und Jugendarbeit in diesem Bereich. Man stelle sich vor, die Stadt würde die Förderung von Gewandhaus, Opernhaus und Schauspielhaus ohne Begründung einfach mal so um 50% kürzen …

 

Die Auflistung gibt es auch als PDF zum Herunterladen: Kulturstadt Leipzig – Die Konsequenzen der Unterfinanzierung.

Gutachten bestätigt unsere Position

Um im Interesse der Kulturschaffenden unserer Stadt zu einem schnelleren Klärungsprozess beizutragen, hat die Initiative Leipzig + Kultur eine juristische Begutachtung des Ratsbeschlusses von 2008 in Auftrag gegeben. Drüber hinaus hat der damalige Vorsitzende des Fachausschusses Kultur, Herr Michael Kölsch, der 2008 den entsprechenden Antrag im Stadtrat einbrachte und im Rahmen der parlamentarischen Debatte erläuterte und vertrat, in einem Schreiben an die Initiative klargestellt, unter welchen Voraussetzungen und mit welcher Intention der Ratsbeschluss gefasst wurde. Beide Dokumente bestätigen unsere Positionen und wurden gestern an Burkhard Jung und Michael Faber übergeben und sind ab sofort auf unserer Dokumentationsseite einsehbar.

Gutachten zum Stadtratsbeschluss

M. Kölsch zum Stadtratsbeschluss

Pressemitteilung L+K vom 18.04.2012

Zwischenbilanz & Danke

Seit dem 20. März läuft unsere Kampagne “Fünf für Leipzig. JETZT!”. Unsere Forderung, den Stadtratsbeschluss von 2008 endlich in die Tat umzusetzen und den unabhängigen Kulturmachern die beschlossenen 5 Prozent des Leipziger Kulturhaushaltes nicht nur verbal, sondern auch praktisch zuzugestehen, ist in der Stadt und der öffentlichen Diskussion angekommen. Augenfälligstes Beispiel für die Wahrnehmung in der Leipziger Bürgerschaft ist die seit Donnerstag laufende Petition, die bisher von mehr als 600 (!) UnterstützerInnen unterzeichnete wurde.

» Mehr erfahren…

Unterschriftenaktion “Fünf für Leipzig”

Unsere Aktion läuft nun seit knapp zwei Wochen. Viele Diskussionen sind angestoßen, sowohl unter den Kulturmachern, als auch bei Politik und in der Öffentlichkeit.

Zeit, die nächste Stufe zu zünden. Auf openpetition.de gibt es ab sofort eine Unterschriftenliste, auf der man die Forderung nach “Fünf für Leipzig” unterstützen kann. Ziel sind 1000 Unterschriften in 6 Wochen, die wir an OBM Burhard Jung übergeben wollen, der als einziger (!) 2008 gegen den Stadtratsbeschluss votierte.

Unterschriftenaktion “Fünf für Leipzig”

Unterschreibt und verteilt den Link weiter!

Vielen Dank!

Offenes Arbeitstreffen am 27.02.

Das nächste offene Arbeitstreffen findet am 27. Februar um 18 Uhr in der Moritzbastei statt. Geplant sind anderthalb Stunden Austausch über die geplanten Aktionen, die neue Kampagne “5 für Leipzig”. Dafür brauchen wir Rückmeldung und Rückenstärkung der freien Kulturmacher. Wir freuen uns also über rege Beteiligung, das Treffen ist offen für alle Aktiven und Unterstützer der unabhängigen Kultur in der Stadt.

Informationen zum Arbeitsstand

Am vergangenen Montag trafen sich die Sprecher und Aktive der Initiative in den Cammerspielen zu einem offenen Arbeitstreffen. Diese sollen nun regelmäßig monatlich stattfinden, um mehr Interessierten die Möglichkeit zu geben, die Arbeit von Leipzig+Kultur mitzutragen.

Die zwei bestimmenden Themen sind weiterhin die Überarbeitung der Fachförderrichtlinie, deren erste Phase mit Workshops und Expertenbefragungen als gescheitert angesehen werden kann sowie die Umsetzung des 5%-Stadtratsbeschlusses. Dazu gibt es übrigens einen Antrag der CDU-Fraktion (!) im Stadtrat, der hier nachgelesen werden kann: CDU-Antrag (PDF).
Der Antrag war schon Thema im Stadtrat und im Finanzausschuss, morgen steht er auch im Fachausschuss Kultur auf der Tagesordnung.

Das Protokoll vom Montag sei ebenfalls dokumentiert: Download (PDF).

Das nächste offene Arbeitstreffen findet am Montag, den 27. Februar um 18 Uhr in der Moritzbastei statt.

Offenes Arbeitstreffen am 30. Januar

Am kommenden Montag, den 30. Januar um 18 Uhr, trifft sich die Initiative Leipzig+Kultur zu einem offenen Arbeitstreffen in den Cammerspielen. Zukünftig wird ein Arbeitstreffen monatlich in offener und damit hoffentlich erweiterter Runde stattfinden, um mehr Aktiven die Möglichkeit zu geben, daran teilzunehmen.

Dringend besprochen werden muss unsere Position gegenüber der Stadtverwaltung, was die Umsetzung des Stadtratsbeschlusses zu den “5 Prozent” angeht. Außerdem gibt es Gesprächsbedarf in Sachen Fachförderrichtlinie. Wir freuen uns auf rege Teilnahme!

Spendenaufruf

Die Nachricht versteckte sich in der LVZ auf der Lokalseite ganz unten. Im erweiterten Finanzausschuss einigten sich die Stadratsfraktionen auf die Nachträge zum Haushalt 2012. Im vierten Unterpunkt wird vermeldet: “Die freie Kulturszene bekommt 150.000 Euro mehr”.

Was genau das bedeutet, bleibt abzuwarten. Im Moment können wir weder mit Sicherheit sagen, wen genau die Stadtverwaltung mit “freie Kulturszene” meint. Noch wissen wir, worauf sich das Wörtchen “mehr” bezieht. Wir hoffen, dass dieser winzige Schritt hin zum großen Ziel “5 Prozent vom Kulturhaushalt für die freie Kultur” wenigstens ein echter ist. Die Vergangenheit hat uns leider gelehrt, dass ein paar hunderttausend Euro “mehr” auf dem Papier noch lange nicht bedeuten, dass am Ende ein Cent zusätzlich bei den Kulturmachern ankommt.

Aber wo wir gerade von Geld reden: Die Mitstreiter der Leipzig plus Kultur engagieren sich selbstverständlich ehrenamtlich. Trotzdem fallen Kosten für unsere Arbeit an. Die beiden größten Posititionen sind dabei das Hosting dieser Website, welches ca. 75 Euro im Jahr kostet und welches wir 2012 Dank einer Spende von Claudius Nießen (noch einmal vielen Dank an dieser Stelle!) finanzieren konnten. Die zweite größere Kostenstelle ist die Finanzierung des Runden Tisches für die freie Kulturszene. Die Initiative hat für die ersten Termine die Moderation ermöglicht, was im Jahr 2012 die Stadt Leipzig übernehmen will.

Kurz und knapp: Unser Kassenstand bewegt sich um den Nullpunkt herum. Wir brauchen ein solides finanzielles Grundpolster, um die Arbeit der Initiative erfolgreich fortführen zu können. Auf folgende Jahresbeiträge haben wir uns im Jahr 2009 geeinigt, wir würden uns sehr freuen, wenn ihr uns mit einem Beitrag unterstützen würdet.

- Einzelpersonen: 20 Euro pro Jahr

- Projekte, Vereine, Kulturzentren: 60 Euro pro Jahr.

Das Geld überweist bitte an folgende Bankverbindung:

Kontoinhaber: GeyserHaus e.V.

Kontonummer: 350 8607

Bankleitzahl: 860 205 00

Buchungstext: Beitrag Leipzig + Kultur 2011

Bei der Vollversammlung am Mittwoch werden wir ebenfalls darum bitten, die Initiative mit einem Beitrag zu unterstützen.

Vielen Dank!